Gottesdienst mit Herzklopfen zur Einführung von Raphaela-Catina Gerlach in Stelle

02. März 2026

3 Jahre zur Probe, jetzt Pastorin auf Lebenszeit

In der bis auf den letzten Platz gefüllten St. Michaelskirche in Stelle wurde Pastorin Raphaela-Catina Gerlach als Pastorin auf Lebenszeit eingesegnet. So viele Menschen wollten bei diesem wichtigen Ereignis für ihre Pastorin dabei sein, und es wurde mehr als deutlich wie dankbar sie sind und was diese Pastorin für sie bedeutet.

Zu dem emotionalen und mitreißenden Gottesdienst begrüßte vor der Kirchentür der Posaunenchor unter der Leitung von Hanna Wischendorff. Der sehr milde Februarabend lud zum Stehenbleiben und Zuhören ein. Dann hieß es aber schnell in die Kirche, um noch einen Platz zu ergattern. Dort ging es musikalisch weiter. Zum Orgelspiel von Ulrike Franke-Hubert zogen der Kirchenvorstand, Pastorin Raphaela-Catina Gerlach, der stellvertretende Superintendent Hans Georg Wieberneit und weitere am Gottesdienst Beteiligte feierlich in die Kirche ein. Der Cantiamo-Chor rund um Chorleiter Thomas Rims begrüßte anschließend mit dem Stück „Lean on me“.

Der stellvertretende Superintendent Hans Georg Wieberneit würdigte Raphaela Gerlachs Probedienst. Es sei ihr gelungen zu vernetzen, Brücken zu schlagen und manches in Bewegung zu bringen. So habe sie sehr erfolgreich den Freitagabend-Gottesdienst eingeführt und etabliert. Er nahm auch Bezug auf ihren Ordinationsspruch aus der Apostelgeschichte: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden.“ Wieberneit betonte: „Es ist Mut nötig, um als Christen zu leben. Jesus sagt, „ihr seid das Salz der Erde“, nicht der Zuckerguss.“ Diesen Mut hat Pastorin Gerlach in ihrem Probedienst unter Beweis gestellt.

Den Segen erhielt sie nicht nur von Pastor Wieberneit, sondern auch von Thomas Burmester vom Kirchenvorstand, von Diakonin Luisa Heckmann und vom befreundeten Pastor Manuel Ziggel aus Uelzen.

In der sehr persönlichen und empathischen Predigt ging es um Herzklopfen, Selbstzweifel und die Gewissheit von Gott gerufen und getragen zu sein. In Bezugnahme auf eine Erzählung aus dem Johannesevangelium ging Raphaela Gerlach auf ihre persönliche Situation und ihre anfänglichen Unsicherheiten im Probedienst ein. Petrus wird dreimal von Jesus gefragt, ob er ihn liebhabe. Petrus bejaht die Frage jedes Mal und wird von Jesus daraufhin aufgefordert, sich um seine Schafe zu kümmern, und das, obwohl Jesus weiß, dass Petrus ganz und gar nicht perfekt ist. Pastorin Gerlach zog daraus den Schluss: „Ich traue dir etwas zu! Das ist für mich die zentrale Nachricht des Textes.“ Sie beschrieb ihr Bild von Kirche: „Kirche ist kein Ort mit perfekter Fassade, sondern ein Ort für echte Menschen mit Gefühlen. Es muss nicht perfekt sein, sondern es darf echt sein.“

Dass Raphaela Gerlach eine durch und durch echte Pastorin ist, kam in den zahlreichen Grußworten zum Ausdruck. Kirchenvorstand, Kindergarten, Bürgermeister, Schützen, Küsterinnen und andere brachten ihre Wertschätzung zum Ausdruck. Und auch die jungen Gemeindemitglieder sind von ihrer Pastorin begeistert: Die Kindergarten-Kinder rufen immer ganz laut „Hallo, Raphaela!“, wenn die Pastorin ihr benachbartes Pfarrhaus verlässt und am Kindergarten vorbeikommt. Und die zahlreich im Gottesdienst anwesenden Konfis, Vorkonfis und Jugendlichen vom Teentreff überreichten ihrer Pastorin jeweils eine Blume, aus denen sich Stück für Stück ein großer bunter Strauß bildete.

Nicht nur die Schützen blieben im Anschluss an den Gottesdienst gern noch ein bisschen da, um ihre Pastorin zu feiern und mit ihr anzustoßen.