Johanna Reimers als Superintendentin eingeführt

28. September 2026
Foto: Markus Schwarze

Mit Feuereifer ins neue Amt

Festlicher Gottesdienst in der voll besetzten St. Marien Kirche – Regionalbischöfin Marianne Gorka gibt der neuen Superintendentin ein kraftvolles Motto mit auf den Weg

Strahlender Spätsommer, eine voll besetzte St. Marien Kirche in Winsen und eine neue Superintendentin, die ihren Dienst mit viel Energie beginnen will: Am 27. September 2026 ist Johanna Reimers in einem festlichen Gottesdienst in ihr neues Amt als Superintendentin eingeführt worden. Es war ein Tag, der von Musik, persönlichen Begegnungen und vor allem von einer spürbaren Aufbruchsstimmung geprägt war.

Ortspastorin Flore Duda begrüßte die zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher und führte durch die Eingangsliturgie. Kirchenkreiskantor Reinhard Gräler an der Orgel und der Posaunenchor sorgten für die musikalische Gestaltung. Die Gemeinde beteiligte sich lautstark am Gesang und machte deutlich: Dieser Gottesdienst wurde nicht nur gefeiert, sondern gemeinsam gestaltet.

Im Mittelpunkt der Einführung stand die Ansprache von Regionalbischöfin Marianne Gorka. Sie nahm Bezug auf die Lesung aus dem Römerbrief, Kapitel 12. Johanna Reimers selbst hat Vers 12 als Überschrift für ihren Dienst gewählt: „Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.“

Diese Worte, so Gorka, habe Paulus der Gemeinde in Rom geradezu „hinter die Ohren geschrieben“. Auch das Amt einer Superintendentin brauche diese Energie. „Es geht darum, innerlich hellwach zu sein für das, was jeweils dran ist“, sagte die Regionalbischöfin.

Johanna Reimers bringe dabei einen realistischen, zugleich aber zuversichtlichen Blick auf die Kirche mit. Veränderungen sehe sie nicht als Bedrohung, sondern als Zeichen von Lebendigkeit. Marianne Gorka gab der neuen Superintendentin deshalb einen klaren Wunsch mit auf den Weg: „Sei brennend, liebe Johanna! Als glaubensstarke, politische und verbindende Ermöglicherin.“

Anschließend empfing Johanna Reimers den Segen für ihren neuen Dienst. Regionalbischöfin Gorka und fünf Assistierende legten ihr die Hände auf und sprachen ihr den Segen zu. Vier der Assistierenden kommen aus dem Kirchenkreis, eine Person aus Reimers früherer Gemeinde. Ein vertrauter Bestandteil solcher Amtseinführungen durfte dabei ebenfalls nicht fehlen: das Lied „Vertraut den neuen Wegen“.

„Wie kann der nur? Was denkt die sich?“

Mit ihrer ersten Predigt als Superintendentin bestieg Johanna Reimers anschließend die Kanzel. Der Predigttext aus dem Matthäusevangelium (Mt 15,21–28) führte mitten hinein in eine Geschichte, die zunächst irritiert und provoziert: Eine kanaanäische Frau kommt zu Jesus und bittet ihn verzweifelt um Heilung für ihre kranke Tochter. Doch Jesus weist sie zunächst schroff ab und zeigt eine überraschend harte und abweisende Seite.

Reimers machte deutlich, dass gerade diese Irritation ein inneres Brennen in ihr ausgelöst habe – ja, geradezu Empörung. „Wie kann der nur? Was denkt der sich?“ Diese Fragen seien vielen Menschen vertraut, wenn sie auf Situationen stoßen, die sie nicht verstehen oder die ihnen ungerecht erscheinen.

Aus dieser Geschichte entwickelte Reimers ein Bild von Kirche, das sie auch für ihren eigenen Dienst prägen möchte: Sie wünscht sich eine Kirche, die mutig ist, die weich bleibt und die, wenn es nötig ist, auch trotzig sein kann. Eine Kirche, die hinschaut, Fragen stellt und sich nicht vorschnell mit dem scheinbar Unveränderlichen abfindet.

Viele Wegbegleiter gratulieren

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus wurde die neue Superintendentin von zahlreichen Gästen willkommen geheißen. Landrat Rainer Rempe, Bürgermeister André Wiese und Superintendent Christian Cordes als Vertreter der Ephorenkonferenz überbrachten Grußworte. Auch die ehemalige Vikariatsbetreuerin von Reimers, Pastorin i.R. Dorothea Blaffert sowie für den Kirchenkreis Diakonin Tanja Homberg und Louisa Basner, als Vertreterin der Evangelischen Jugend richteten persönliche Worte an die neue Superintendentin.

Viele weitere Gratulantinnen und Gratulanten schlossen sich an. Bei Kaffee und Butterkuchen, Sekt und Laugengebäck blieb reichlich Zeit für Gespräche, Begegnungen und persönliche Glückwünsche.

So klang ein besonderer Tag in entspannter und herzlicher Atmosphäre aus. Für Johanna Reimers beginnt nun eine neue Aufgabe – mit einem klaren Leitwort, vielen Menschen an ihrer Seite und offenbar reichlich Energie für das, was vor ihr liegt.

Ein segensreicher Tag für die neue Superintendentin, die sich ab jetzt mit Feuereifer an die Arbeit im Kirchenkreis macht.