Kurse zum Glauben

Jugendbegegnung Südafrika

Vom 2. bis 25. Juli 2008 war eine Jugend-Delegation unseres Kirchenkreises in unserm Partnerkirchenkreis Eastern Circuit in Südafrika zu Gast. Hier ihr Tagebuch:


logopartnerschaft.gifDie Reisevorbereitungen sind fast abgeschlossen und unsere Delegation ist sehr gespannt, was uns in den nächsten drei Wochen erwartet.

Unser Tagebuch beginnt jetzt. Und wir werden Euch über die gesamte Reisezeit auf dem Laufenden halten! Das aktuelle wird immer ganz oben stehen:

Danke für Eure liebevollen Worte, die uns auf unsere Reise einstimmen lassen haben!!! Viel Freude kann jetzt mit uns geteilt werden. Aber auch so manche Träne wurde vergossen. Danke an alle, die uns gedanklich begleiten. Das gibt uns ganz viel Kraft!

(Text Claudia Prössel)

28.08.2008

Nachbereitungen für Euch

Jetzt ist mein Urlaub zu Ende. Die Kontakte laufen. Mit unseren gewonnenen Freunden in Südafrika und hier vor Ort. Es ist schön, wie es ist! Nun machen wir ganz konkrete Termine zur Gestaltung der Präsentation und ein Dankeschön für Petra Golly, die uns so im Vorfeld begleteite hat!

Kurz kann ich an dieser Stelle jetzt aus meinem Bauch heraus schreiben:

Wir sind so erfüllt, mit allen menschlichen Grenzen – aber vor allem mit einem Erfahrungsschatz  wieder im Kirchenkreis Winsen angekommen!

Laßt Euch bei unseren Präsentation überraschen!

Eure Claudia Prössel (Kirchenkreisjugendwartin)

26.07.2008

Seit ca. 24 Stunden sind wir wieder zu Hause

Wir sind wieder alle gesund gelandet (abgesehen von laufenden Nasen – irgendwie haben wir uns in den 3 Wochen erkältet). Naja – kleines Mitbringsel für uns aus Süd Afrika. Für Euch haben wir viel Schöneres mitgebracht. Laßt Euch überraschen.

Was die Reise mit uns gemacht hat, können wir an dieser Stelle noch nicht ganz klar sagen. Wir brauchen jetzt erst mal Zeit, um zu sortieren. Wir haben so ziemlich alles erlebt, was man sich im menschlichen Leben vorstellen kann, oder manches auch nicht.

Auf jeden Fall werden wir durch unseren Kirchenkreis reisen und berichten. Wir wollen Partnerschaft im Jugendbereich weiter leben und ausbauen.

Viele e-mails aus Süd Afrika haben wir heute schon bekommen. Die Jugendlichen vermissen uns.

Das Tagebuch wird auf jeden Fall weitergeführt. Wenn ihr Fragen und Wünsche (bezüglich Besuche in unseren Kirchengemeinden habt), dann meldet Euch bei mir per mail:

kkjd.wl [at] t-online.de

Wir stehen Euch gerne zur Verfügung.

Außerdem haben wir Geschenke und Briefe für unsere Kirchengemeinden mitgebracht, die wir gerne überreichen möchten.

Ganz liebe Grüße von Christopher Barends (Superintendent in Südafrika, allen Pastoren aus Eastern Circuit und ganz vielen Gemeindemitgliedern aus dem Kirchenkreis Eastern Circuit)!

Liebe Grüße im Namen aller (die Gefahrenen und Daheimgebliebenen aus unserer Südafrika-Gruppe)

Eure Claudia Prössel (Kírchenkreisjugendwartin)

24.07.2008

Koffer packen und Abschied

Unsere 3 Wochen hier in Eastern Circuit gehen langsam zu ende. Wir zählen nur noch Stunden und dann sitzen wir wieder im Flugzeug auf dem Weg nach Hause. Auf der einen Seite freuen wir uns sehr auf Euch, aber trotzdem werden heute Abend am Airport viele Abschiedstränen fließen, denn viele Freundschaften wurden geschlossen.

Morgen um 17.00 Uhr landen wir wieder bei Euch am Hamburger Airport. Wir freuen uns auf Euch.

Liebe Grüße im Namen der gesamten Crew,

Eure Claudia Prössel

23.07.08

Nationaler Streik in Südafrika

Heute Morgen war es ein bisschen spannend, da wir nicht wussten wann und ob überhaupt unser Fahrer kommt … irgendwie haben die heute gestreikt. Na ja, er kam dann irgendwann doch und es ging noch mal zum Flüchtlingslager in Nigel. Wir haben diesmal Tüten mit Waschmittel, Seife und Zucker verteilt. Die Frauen hatten bei unserem letzten Besuch drum gebeten und haben sich wirklich sehr gefreut, für die Kleinen gab es wieder was Kleines zu schnökern.
Danach durften wir dann mal so richtig Touri sein und auf einem afrikanischen Markt einkaufen, so wurde dann auch das letzte Geld vershoppt für Mitbringsel :=)
Abends gab es dann Supper in Vosloorus und nun sitzen wir hier (leider in getrennten Häusern) und genießen den letzten Abend.
Ich will nicht weg und weiß jetzt schon, dass der Abschied morgen sehr schwer wird und vor allem tearful.

(Text Svenja Prange)

22.07.08

Besuch im Reiger Park – Auswirkungen der Gewalt von Mai

Aufstehen wie immer … früh und unausgeschlafen. Dann, wie seit nun mehr als 19 Tagen, meine Duschtime mit Eva und Frühstück. Danach haben wir in Gruppen zwei Schulen besucht und uns noch zwei andere Einrichtungen in Reiger Park angesehen. Besonders nahe ist uns die Geschichte eines jungen Mädchens Namens Emma gegangen, die selber Opfer der Unruhen im Mai war … sie hat uns ihre Geschichte erzählt und wir haben daraufhin beschlossen ein paar Sachen für sie einzukaufen, die wir ihr morgen bringen werden.
Abends gab es dann eine Art „Farewell” – Gottesdienst in Natal Spruit, es wurden Reden geschwungen und danach gab es lecker Supper.

(Text Svenja Prange)

21.07.2008

Shopping Tag – mal ganz als Touri unterwegs

Heute hatten wir unseren gewünschten Shopping-Tag. Nur wir und die Einkaufs-Mall. Uns war es wichtig heute mal ganz allein in der deutschen Gruppe etwas zu unternehmen, die Reise ansatzweise bei einem Kaffee zu reflektieren und  auf diesem Weg ein paar Mitbringsel zu organisieren.

(Text Claudia Prössel)

20.07.2008
Immer wieder Sonntag…
Am heutigen Sonntag wurde unsere Gruppe auf 3 Kirchengemeinden aufgeteilt: Delmas, Heidelberg und Daveyton. Ich hatte nun endlich die Chance meine Partnergemeinde in Heidelberg kennen zulernen. Die Fahrt führte in die Berge. Die fast kahlen Hügel verschwanden am Horizont in verschiedenen Blautönen. Die Luft war herrlich und frisch. Als wir durch Heidelberg fuhren, fühlten wir uns wie in Deutschland. Die Gebäude und Kirchen waren im gotischen Stil und die Plätze waren grün und sauber. Unsere Kirche lag jedoch nicht in der Stadt, sondern in dem Township Ratanda. Wir kamen etwas zu spät, was jedoch hier in Afrika niemand so richtig ernst nimmt.
Es erwartete uns an diesem Sonntag in den Gemeinden Jugendgottesdienste. Wir waren alle sehr gespannt, wie ein afrikanischer Jugendgottesdienst hier gefeiert wird. Der Pastor eröffnete den Gottesdienst wie gewöhnlich und „schmiss” dann eine Predigt, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Er betrat also nach einer Stunde seine Kanzel. Neben ihm stand eine große Wasserkaraffe und ein Glas. Seine Stimme, welche zuvor eigentlich ganz normal klang, ertöne nun in heftiger und lauter Tonlage. Die Einleitung war eine Art Mantra. Er wiederholte immer den gleichen Satz und steigerte sich immer mehr in sein Wort und in dessen Bedeutung. ( Leider verstand ich kaum etwas, da er in ein Zulu-Sotho- Englisch- Mix sprach ). Dabei gestikulierte er zur Gemeinde, zum Altar, trank dazwischen die ganze Karaffe aus. Er unterbrach seinen Sprachfluss manchmal mit dem Ausruf „Halleluja” und begann dann von neuem. Am Ende seiner Predigt war sein Talar und seine Stola total verrückt. Später fragte ich die Jugendlichen in der Gemeinde, ob er immer so predigte und erzählte, dass dies eine sehr neue und ungewöhnliche Erfahrung für mich sei. Sie antworteten darauf, der heilige Geist käme in diesem Moment über ihn.
Der Pastor Rathelebi Abner Seoketsa ist erst seit einem Jahr in der Gemeinde und einer der jüngsten im Kirchenkreis. Außerdem arbeitet er als Jugendpastor und ist mit seiner Art und seinem Wort sehr nahe an den Jugendlichen daran. Nach dem dreistündigen Gottesdienst, wobei der Jugendbeitrag hauptsächlich aus den wunderschönen Gesängen bestand, gab es Suppe, ein Foto und ein Sparziergang durch die Straßen. Der Pastor hat viele tolle Ideen, jedoch fehlt das Geld.
Anschließend fuhren wir wieder nach Vosloorus und ließen den Sonntag ruhig ausklingen.

(Text Freya Bernstorff)

18.07.2008

Free Friday
Endlich, der langersehnte freie Tag ist. Und endlich können zumindest die meisten von uns mal ausschlafen. Die meisten, weil einige freiwillige heute morgen ein Flüchtlingslager der UN in der Nigel-Gemeinde besuchten. Mitdabei: süßes für die Kinder und Windeln für die Babies.
Alle anderen hatten Zeit zum Entspannen oder wie im Delmore Park, das Haus aufzuräumen oder zu putzen. Für die, die es noch nicht wissen:
Die Dawn Park Gruppe ist nach Delmore Park umgezogen. Die, die nicht mit Putzen oder Besuch des Flüchtlingslagers beschäftigt waren, nutzten die Gelegenheit ihre Beine in Anspruch zu nehmen. Sie gingen Einkaufen im ca. 2 km entfernten Supermarkt. Das war das erste mal, dass sie die Beine nicht nur dazu benutzten zum Bus zu gehen, oder aus ihm auszusteigen. Der Spaziergang führte unmittelbar an den Informalsettlements (Blechhüttensiedlungen der ganz armen Menschen) vorbei. Dieses war eine weitere Erfahrung, denn bisher sahen wir diese mit einem gewissen Abstand aus den Bussen heraus.
Voll bepackt mit tollen Sachen ging es zurück zum Delmore Park – einem gut situierten Vorort. Um 14.30 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und ins Flüchtlingslager nach Boksburg gefahren.
Dieses ist im Vergleich zum Flüchtlingslager Nigle sehr gut organisiert. In Nigle geht es den Menschen überhaupt nicht gut. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Grundlegende Dinge sind kaum vorhanden. Es tut im Herzen weh, zu sehen, dass Kinder ohne Schuhe herumlaufen und nach und nach krank werden. Auch wenn es tagsüber war warm ist. Denn schließlich ist hier in Südafrika Winter. Die Nasen laufen!
Die kurzen Momente der Freude, die wir durch unsere Anwesenheit schenken, lenken nur kurzfristig von der schlimmen Situation ab.
Nach dem Besuch im Flüchtlingscamp fuhren wir zum Abendessen nach Vosloorus. Es war ein leckeres Essen. Nach langer Zeit haben wir kein Fleisch gegessen. Das Thema Fleisch ist etwas, was wir nicht verstehen können. Die Südafrikaner essen dieses morgens, mittags und abends. Ohne können sie gar nicht und verstehen uns nicht, wenn wir mal kein Fleisch essen wollen.
(Text: Kristof Meyn)

17.07.2008
Die Geschichte Südafrikas – Wir befinden uns in Eastern Circuit mitten im Zentrum der Historie

Heute erfuhren wir viel über die Ereignisse in Südafrika. Die Informationen reichten von den ersten archäologischen Funden menschlichen Lebens über die Kolonisation bis in die heutige Zeit.
Der Tag in die Vergangenheit begann sehr früh. Wir standen um 4 Uhr in der Frühe auf, damit auch jeder sein tägliches Morgenbad genießen konnte. Nach einer langen Autofahrt kamen wir schließlich in Sasolburg an. Sasolburg ist nach der Sasol -Öl- Firma benannt und liegt in der Sebokeng Gemeide nahe dem größten Fluss Südafrikas den Vaal. Zamdela (Jerusalem) ist ein Ortsteil von Sasolburg und dort wurden wir herzlich von der Judea Congregation begrüßt.
Von dort aus starteten wir zum ersten Programmpunkt. Am Stone Haven konnten wir einen kurzen Blick auf den Vaal erhaschen.
Das Technorama Museum gab uns einen guten Überblick über die Geschichte Südafrikas und speziell über die Geschichte der Region.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen und einer Andacht, besichtigten wir das Sharpville Museum. Nelson Mandela machte das Stadium in Sharpville zu einem historischen Ort; denn dort unterschrieb er, nach der Beendigung der Apartheid und den freien Wahlen die neue Verfassung der Republik Südafrikas.
Es ist unverständlich,dass nach der Beendigung des 2. Weltkrieges drei Jahre später das Apartheid – Regime hier in Südafrika begonnen hat und weitere unschuldige Menschen aus rassistischen Gründen sterben mussten.
Als wir dann wieder an der Kirche ankamen, hatten wir noch etwas Zeit bis zum Abendbrot und nutzten die Zeit, um uns etwas die Füße zu vertreten. An die staubige Luft und an den Geruch von verbrannten Gegenständen haben wir uns in den letzten Wochen schon gewöhnt. Wir Deutschen waren eindeutig die Attraktion in den Straßen.
Die kleinen Kinder liefen uns hinterher und lachten laut, als wir von ihnen Fotos machten und sie sich anschließend auf den Display der Digitalkamera wieder erkannten. Ein kleiner Junge mit einer grünen Hose und einem verschmutzten weißen T- Shirt, hielt einen selbst gebastelten Drachen aus einem schwarzen Müllsack an einer kurzen Schnurr in seiner Hand und präsentierte ihn uns stolz. Die Eltern schauten eher misstrauisch. In diesem Land allein schon Schuhe anzuhaben und für 7 Euro einen ganzen Einkaufskorb füllen zu können, macht das Gefühl der Ungerechtigkeit sichtbar.
Um 18 Uhr feierten wir Gottesdienst mit Abendmahl. Anschließend haben die Mamas wieder einmal ein wunderbar leckeres Abendbrot vorbereitet. Nun sind wir um 22.30 Uhr wieder zu Hause und erwarten unseren morgigen free Friday.
(Text: Freya Bernstorff und Claudia Prössel)

16.06.08
Safari – Auf in den Nationalpark Krugersdoorp

Die erste Nacht im neuen Heim in Delmo Park, einem Vorort in der Nähe des Reiger Parks, haben wir mehr oder weniger zufrieden überstanden. Nur mit dem Waschen haben wir uns nun der Vosloorus Gruppe angeschlossen und machen nun Svenja und Eva mit ihrer Waschsensation Konkurrenz. Dazu kommt noch, dass wir hier nur ein Bad besitzen, was schon ab 04.00h morgens (!!!) für Lautstärke sorgt…
Nach einer etwas längeren Busfahrer-Dean-Gruppen-Konversationsproblematik haben wir uns dann verspätet auf den Weg nach Krugersdorp gemacht. Dort erwartete uns ein neues Abenteuer in Afrika, nämlich das Begutachten heimischer Tiere. Viele haben wir aber für die einstündige Anfahrt nicht gesehen. Lag vielleicht aber auch daran, dass der Busfahrer es doch sehr eilig hatte und man ihm das Anhalten immer wieder beibringen musste…Trotzdem haben wir doch „Simba” und „Timon” gesehen, welches bei uns alle die Herzen höher schlugen ließ. Müde, aber glücklich, haben wir uns anschließend auf den Rückweg gemacht, um später erschöpft in unsere Betten zu fallen.
(Text: Tine Pape)

15.07.2008
Strahlende Kinderaugen

Heute stand für uns der Besuch eines Flüchtlingslagers auf dem Tagesprogramm. Eigentlich war es geplant, dass wir dort mit den 3 bis 16 jährigen Kindern und Jugendlichen ein kleines Programm bestehend aus Theater, Gesang und Spielen machen würden. Doch als wir da ankamen, war mal wieder alles anders als geplant, da die Kinder in der Schule waren. Wir machten allerdings das Beste aus der Situation und so sangen wir für die ganz Kleinen und ihre Eltern. Im Anschluss daran, verteilten wir an die Kinder Tüten mit Orangen, Chips und anderen kleinen Süßigkeiten. Es war für uns alle schön zu sehen, wie sehr sich die Kinder gefreut haben. Dieses Lächeln und die strahlenden Augen werden wir sicherlich alle immer in unseren Gedanken behalten. So viel es uns dann nach einiger Zeit auch sehr schwer die Kinder wieder zu verlassen und in die Busse zu steigen. Allerdings mit dem Gedanken im Kopf, dass wir sie am Freitag wieder sehen werden. Nachdem Besuch des Flüchtlingslagers ging es dann in die Gemeinde Nigel dort drehte sich dann mal wieder alles um das Thema Essen. Naja okay den Besuch der Plastikfabrik mal ausgenommen. Dort wurde uns dann gezeigt, wie man Plastikteile herstellt, ob das jetzt sehr interessant ist lassen wir mal jedem selbst überlassen. Aber im Anschluss daran ging es dann mal wieder ans Essen. Und ratet mal was es gab? RICHTIG Fleisch. Als dann alle fertig waren ging es nach Vosloorus zum Haus des Dean dort stand dann ein Gespräch auf dem Programm, indem uns mitgeteilt wurde, dass wir aus unserem Haus (das von Diktator Wandschrank) ausziehen würden. Also nichts wie rein in die Busse und ab zu Diktator Wandschrank und Sachen packen. Für Außenstehende sah es mit Sicherheit so aus als wenn wir auf der Flucht waren. Okay wenn man es richtig nimmt waren wir es auch. =) Nachdem die Sachen gepackt waren, ging es in unser neues Haus, wo wir nun in Frieden leben können.
(Text Ann-Kathrin Kaiser)

14.07.2008

Workshop gar nicht so einfach

Heute nach dem Frühstück haben wir in Reiger Park, dort, wo wir bei dem Bau des Gemeindehauses geholfen haben, Pastor Ivan Gorry getroffen, der mit uns unsere Bautätigkeiten reflektierte. Anschließend war ein Workshop geplant, in dem es darum gehen sollte, den Gruppenmitgliedern beider Nationen die jeweils andere Kultur in einer Art Rollenspiel zu veranschaulichen. Nach gutem Start ließ die Motivation nach, was wohl auch an der Müdigkeit aller Beteiligten lag. Der „Tiefpunkt” wurde überwunden und das wichtige Thema HIV/AIDS wurde in Kleingruppen besprochen.
Das Abendessen trug nicht gerade zur Ermunterung der Gruppe bei, stellte man doch, angekommen in Vosloorus, fest, dass die
Küchendamen uns mit zu wenig Essen zurückgelassen hatten. Dass kein Fleisch vorhanden war, schien für einige Gruppenmitglieder ein großes Problem gewesen zu sein, denn diese aßen lieber nichts, als ein Mahl ohne Fleisch. Die von Eva und einigen anderen improvisierten Rühreier konnten den Mangel an Fleisch nur zum Teil ausgleichen. Diesen Tag könnte man als bisheriges Motivations-Minimum und Müdigkeits-Maximum beschreiben. Aber solche Erfahrungen lehren ja auch.
(Text: Kristof Meyn

13.07.2008

Easy like a sunday morning

Dieses Lied lief im Autoradio, als wir viel zu spät Dawn Park verlassen haben. Manchmal kommen wir mit der afrikanischen Lockerheit, Termine einzuhalten, echt an unsere Grenzen. Dieses Mal warteten wir 1 Std. bis die letzten fertig waren. Nicht desto trotz hatten wir einen schönen Sonntag. Jeder auf unterschiedlicher Art und Weise. Wir waren wieder in Kleingruppen auf alle Kirchengemeinden im Kirchenkreis aufgeteilt. Und genossen die 3-4 stündigen Gottesdienste.

Anschließend wurden wir in verschieden Familien zum Mittagessen eingeladen.

Wir hatten einen sehr entspannten Tag. Wie das Lied am Morgen im Auto schon sagte: Leicht wie ein Sonntag Morgen.

(Text Freya Bernstorff)

12.07.2008
Essen, essen und essen, …
Wundert euch nicht, wenn wir als kleine Fettkugeln aus dem Flughafen rollen und ein Huhn oder zwei dabei haben.
Ich fang erstmal ganz vorne an: Nach dem Frühstück in Vosloorus, reichlich wie eh und je brachen wir auf in die Partnerkirchengemeinde von Pattensen - Tsekane. Dort erwartete uns erstmal niemand. Nach ein paar Überbrückungs-Gesängen, lud uns der Kirchenvorsteher in ein Zelt in der Nachbarschaft ein, um zu essen. Das Zelt war bunt geschmückt und Austragungsort einer Trauerfeier. Dort aßen einige dann auch pflichtbewusst etwas (mehr).
Anschließend zurück zur Kirche und mal wieder Vorstellungs-Runde. Das anschließende Mittagessen konnten wir einfach aus physischen und aus zeitlichen Gründen nicht mehr zu uns nehmen. Zwar plagte uns etwas das schlechte Gewissen, doch ließen wir uns das leckere Mahl wenigstens einpacken und nahmen es mit zur Konzerthalle, wo wir nachmittags einen Auftritt als Chor haben sollten. Und das uns, den unmusikalischen Klatsch-Versagern. Vorher jedoch übten wir noch kurz in einer menschenleeren Kirche die restlichen Lieder ein.
Als wir uns dann auf den Weg zur Konzerthalle begaben, kamen wir an einem „Marktstand” vorbei, an dem man lebendige Hühner kaufen konnte. Wobei zu bemerken ist, dass „lebendig” etwas übertrieben ist und die armen Dinger schon vorgerupft , waren. Mundgerecht, quasi. Claudia und Anika konnten dieses Elend nicht mit ansehen und beschlossen (ohne groß darüber nachzudenken, diese idealistischen Weltverbesserer) ein Huhn oder vielleicht zwei zu. Gesagt, war aber in diesem Falle nicht gleich getan, denn als sie den Plan nach dem Konzert in die Tat umsetzen wollten, waren die Hühner leider schon verschwunden. Vielleicht werden sie es ein anderes Mal schaffen und dann die süßen Tierchen im Vosloorus-Bad aufpäppeln und später nach Deutschland importieren. Wir werden so oder so davon berichten.
Das Konzert selbst verlief reibungslos (nachdem wir das aufgehobene Essen verspeist hatten) und wir hatten viel Spaß dabei, all die Jugendlichen singen und lobpreisen zu hören / zu sehen. Auch wenn wir sehr müde waren und einige von uns gelegentlich fast eingenickt sind. (Wir sind es immer noch.)
Zum Schluss sind wir noch alle zusammen nach Vosloorus gefahren, um mal wieder etwas zu Essen. Wir waren ja auch schließlich fast ausgehungert.
Hungrig und hellwach sprangen wir unsere Betten und schliefen komischerweise sofort ein.
(Text: Kristof Meyn und Anika Höber)

11.07.2008
Power-Shopping zwischendurch, aber von Stress keine Spur?

Heute hatten wir (und in Zukunft werden wir haben) alle unser Frühstück in Vosloorus. Aufgrund der Finanzen und Diktator Wandschrank hatten wir uns für dieses Haus entschieden. Die Dawn-Parker stehen also noch etwas früher auf. Sollten sie zumindest, denn heute Morgen warteten wir wieder auf noch duschende Nachzügler.
Nachdem das Warten ein Ende hatte und wir endlich unser Frühstück gegessen hatten, brachen wir gen Apartheid-Museum auf.
Dieses Museum ist sehr interessant, und man hätte Tage zugebracht um alle Informationen aufzunehmen. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, die sich nämlich auf drei Stunden beschränkte. Der Besuch hat sich aber in jedem Fall gelohnt! Anschließend eilten wir in eine Shopping-Mall, durch die wir ebenso eilten, da wir nur eine Stunde für Shopping und Mittag-Essen hatten. Man könnte jetzt sagen, dass Shopping ohnehin nicht so wichtig ist, doch irgendwie brauchte jeder irgendwas. Ich beispielsweise brauchte dringend eine neue Jeans, da ich mit zu wenig Wintergepäck hergekommen war und meine einzige richtige Jeans im Schritt aufgerissen war (vielleicht ist das fette und viele Essen schuld, durch welches wir alle zunehmen…). Noch kauend rannten wir zur vom Dean vorgegebenen Zeit zum Auto zurück. Nur der Dean ließ auf sich warten.
Unser Weg führte uns dann nach Reiger-Park, wo wir für das morgige Konzert übten und Abendessen bekamen. Die darauf folgende Party in einer noblen Vorstadt-Garage genossen wir abgesehen von der Kälte und der Müdigkeit, die uns hier ja stets begleiten. Anika und ich waren hoch erfreut, dass auch in Südafrika die Shisha (Wasserpfeife, natürlich mit nichts anderem als aromatischem Tabak befüllt) populär ist. Nur nennt man sie hier offiziell hubbly-bubbly. Viele zeigten vollen Körper-Einsatz, ob beim Tanzen zur hier so beliebten House-Musik oder beim Tennis-Match auf der Nintendo Wii.
Der Abend fand kurz nach zehn Uhr abends sein Ende und wir waren alle froh, ins Bett zu dürfen.
(Text: Kristof Meyn)

10.07.2008
Es wird immer verrückter

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Auch, wenn uns „Wakie, wakie” heute Morgen bedauerlicherweise erspart geblieben ist, war das Aufwachen von einigen Überraschungen begleitet. Kaum, dass Claudia ins Badezimmer getapst kam, hatte sie auch schon eine neue Verschwörungstheorie bezüglich des Hausbesitzers von Dawn Park entwickelt. Dieser etwas gewöhnungsbedürftige Mitbewohner, von uns liebevoll „Diktator Wandschrank” genannt, hat schon vielfach Anlass zu allerlei Diskussion gegeben, doch er schafft es immer wieder uns zu überraschen. Heute Morgen fanden wir ein neues Badezimmer Accessoire: Bodybuiling-Zeitschriften. Sofort war klar, wer uns diese Lektüre hinterlassen hatte. Der tiefere Sinn des Ganzen blieb uns aber leider verwehrt. Trotzdem fand ich Claudia sehr vertieft und ebenso angewidert auf der Kloschüssel sitzend und lesend. Dass ihr weniger Minuten später das Wasser unter der Dusche ausging, war vielleicht ebenso von Herrn Wandschrank angezettelt. Wundern würde uns das nicht.
Auch kulinarisch haben wir heute Höhepunkte erlebt. Wir haben uns damit abgefunden, stets und ständig Fleisch vorgesetzt zu bekommen. Wir haben sogar ebenfalls angefangen mit den Händen, anstatt mit dem (sowieso kaum vorhandenen) Besteck zu essen. Aber, dass heute Morgen zum Frühstück frisch angebratene, riesige Hackwürstchen auf unsere Teller gehäuft wurden, hat uns doch erneut die kulturellen Unterschiede zwischen Südafrika und Deutschland klar gemacht.
Nach diesem reichlichen Frühstück, haben wir uns dann erneut in die Bauarbeit gestürzt, voller Eifer und Tatendrang. Während einige von uns in den Pausen eifrig ihre Emails aus der deutschen Heimat lasen (Wir danken an dieser Stelle, für die lieben Worte und das Interesse an unseren Abenteuern, auch, wenn wir vielleicht nicht immer gleich antworten können, freuen wir uns sehr.) bildeten andere draußen derweil eine Kommission zur optimalen Arbeitsverteilung. Denn: Einen Stein von A nach B zu transportieren und dabei mindestens acht Leute zu beschäftigen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Der deutsche Staat könnte sich eine Scheibe von diesen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen abschneiden, die Pastor Holger dort initiierte. Wir bildeten also eine sechs Mann starke Stein-Wurf-Kette, um zwei Steinhaufen umzuverteilen, die gerade einmal einen halben Meter voneinander entfernt lagen. Pastor Holger erklärte dieses afrikanische Prinzip, das wir uns angeeignet haben so: „Zuerst bilden wir eine Kommission, dann beratschlagen wir, dann machen wir eine Pause, dann stimmen wir ab und dann geht’s los.”
Unser Arbeitstag war also hart, anstrengend und anspruchsvoll, wir sind müde und erschöpft.
Eigentlich war es geplant, dass einige von uns heute Abend noch zu einem Hauskreis abgeholt werden sollten. Dass die Afrikaner einfach nicht kamen, hat uns nicht mehr weiter überrascht. Stattdessen steht gerade der Dean in der Tür und fängt an, das Geschirr von Diktator Wandschrank auseinander zu sortieren. Es geht zu wie bei einer scheidungsbedingten Hausauflösung. Aber anscheinend erobert Christopher Dean nur seinen Privatbesitz zurück. Was der hier überhaupt macht, bleibt ungeklärt.
Wie so vieles in Südafrika …

P.S. Claudia und ich gehen jetzt einkaufen, die Afrikaner haben schon wieder Hunger, Supper ist ja auch schon zwei Stunden her.
(Text: Anika Höber)

09.07.2008

Willst du mich heiraten?

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„Wakie wakie” nachdem Eva und Svenja schon die ganze Woche über damit geweckt wurden sind, traf es heute Morgen auch uns in Dawn Park. Aufstehen mussten wir also um 08.00h, um rechtzeitig um 09.00h im Reiger Park anzukommen. Mit der Pünktlichkeit nehmen es die Menschen hier bekanntlich nun nicht so ernst und so lieferte der Taxifahrer die Truppe aus Vosloorus erst um kurz 10.00h am Treffpunkt ab. Nach einem ausreichenden, leckeren Frühstück ging es dann auch mit dem Transport von Steinen weiter, welchen wir mit kurzen oder aber auch größeren Pausen bis 12.00h ausübten (Mama, die Gartenhandschuhe sind übrigens schon in der Mülltonne gelandet. Aber Claudia hat schon für Neue gesorgt -richtige Bauarbeiterhandschuhe für solch eine anspruchsvolle Arbeit, versteht sich).
Anschließend hieß es dann mal wieder Warten, an das wir uns jedoch schon perfekt angepasst haben. Abgesehen vom Singen (Schließlich haben wir am Samstag einen Auftritt während eines Jugendchor Nachmittags) haben wir uns die Zeit dann mit dem Heiraten vertrieben und so Einige von uns mit den Gastgebern verkuppelt. Irgendwann war dann aber auch das Essen fertig, welches Martin mal wieder viel zu scharf war (yumm, yumm!).
Die Zeit des Wartens musste natürlich wieder ausgeglichen werden, indem wir in Rekordarbeit uns in unseren Häusern fertig machten, um pünktlich das Memorial Hospital aufzusuchen. Dort wollten wir eigentlich Kinder besuchen, die Patienten sahen dann aber doch etwas älter aus.
Außerdem blickten wir bei einem Meeting auf die vergangene Woche zurück, um anschließend bei einem Abend in Spruitview den Tag zu beenden.

(Text: Ann-Kathrin Kaiser und Tine Pape)

08.07.2008

Erster Tag auf dem Bau

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Hallo Ihr Lieben in Deutschland!!
Der Tag heute war im Gegensatz zu den vorigen sehr entspannend. Wir konnten bis 8 Uhr „ausschlafen” und hatten unser Frühstück auf der Baustelle in Reiger Park. Es erwarteten uns dort viele Steinberge, welche gefährlich auf uns zu stürzen drohten.
Nach einer kurzen Einführung bildeten wir zwei Gruppen. Unsere Aufgabe war es Steine zu stapeln von A nach B und dann zu C und dann wieder nach a zurück  . Wir waren froh über den körperlichen Einsatz und die einseitige Arbeit, wo wir nicht so viele neue Eindrücke aufnehmen und verarbeiten mussten. All unsere Freude, die in diesem Land ansteckend zu sein scheint, brachte unsere Arbeit voran und ich glaube, wir setzten den Grundstein für die nächsten vier Tage und hoffen, dass der Bau nach unserem Einsatz nicht wieder fünf Jahre still steht.
Nach einer hektischen Duschaktion gab es Abendbrot. Nach dem hektischen Abendbrot mussten wir „pünklich” in Carnival City sein, um einen Film zu gucken. Wir kamen zu spät, was auf die hektische Duschaktion in Dawn Park und die etwas komplizierte Waschaktion in Vosloorus ( Siehe Report von Eva und Svenja) zurück zu führen ist. Canival City ist ein riesiges Gebäude mit Casino, Restaurant, Bars und Kino, wo viele weiße und reiche Menschen ihr Geld verspielen.
Ann- Kathrin und Tine lieben ihre neue Rasta Frisur und ich möchte diesen Teppich nicht kaufen….
Robala ga Monate ( Gute Nacht)
(Text Freya Benrstorff)

07.07.2008

viele Eindrücke die kaum verarbeitet werden können

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Die Reizüberflutung hat uns dermaßen in ihren Bann gezogen, dass wir jegliche deutsche Spießigkeit abgelegt haben und inzwischen wie Afrikaner durch die Straßen hüpfen und mehrstimmig Gospels singen.
Wir stehen seit fünf Tagen um 5 Uhr auf und fallen abends völlig übermüdet ins Bett. Für nette Gespräche ist trotzdem Zeit.
Aber da nach müde bekanntlich doof kommt, könnte man auch denken, dass wir einfach nur einen Sonnenstich erlitten haben, von der heißen afrikanischen Sonne, die aber nicht heiß ist, weil es hier auf der anderen Erdkugel. (Zitat Claudia) Sorry, wir sind müde und dann passieren solche Fehler. Die heutige Redaktion hat aber beschlossen, diesen Satz der Öffentlichkeit nicht vorzuenthalten.
Aber nun aber zu unserem Tagesverlauf: Nachdem wir um 5 Uhr aufgestanden sind, weil wir uns um 7 Uhr beim Dean (afrikanischer Superintendent) treffen wollten, um pünktlich zum Bischof nach Soweto zu fahren. Wie immer war pünktlich = 1 ½ Std. warten!
Lernziel für heute: Wir werden immer geduldiger.
Das Treffen beim Bischof Pashwana war sehr gut. Es ging um die Aids-Problematik in Südafrika und was die Kirche versucht zu tun.
Anschließend wollten wir ins Apartheid-Museum. Dieses war leider geschlossen. Die spontane Alternative war (wie so oft schon) griffbereit: Botanischer Garten in Johannesburg. Als wir den City-Highway fuhren, glaubten wir in New York zu sein. Der Botanische Garten war sehr schön. Aber auch britisch.
Im Anschluss daran waren wir in der Kirchengemeinde Natal-Spiruit (Partnergemeinde von St. Marien Winsen). Dort haben wir wieder aus vollen Kräften miteinander gesungen, wie immer, wenn wir zusammen kommen. Dabei sind wir lauter als jede deutsche Orgel. Inhalt des Abends war ein Gespräch mit den Pastoren im Kirchenkreis über die Jugendarbeit in Germany und Südafrika.
So jetzt machen wir für heute Feierabend und feiern Dorcas Geburtstag. Sie wurde heute 21 Jahre alt. Bis morgen.
(Text: Anika Höber, Ann-Kathrin Kaiser, Kristof Meyn u. Claudia Prössel)

06.07.2008
Ein Sonntagmorgen in Afrika

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Wer in Deutschland Sonntagmorgen mit Ausschlafen, Brötchen Aufbacken und Nichtstun verbindet, würde in Südafrika einen ähnlichen Kulturschock erleiden, wie wir ihn gerade erleben. Inzwischen sind wir es fast gewohnt, dass die immerzu fröhlichen Afrikanerinnen spätestens um sechs durch unser Zimmer in das anschließende Badezimmer (nicht durch eine Tür getrennt, wohlgemerkt) pilgern, um sich lachend und singend für den wartenden Tag fertig zu machen. Zwar sind wir am ersten Morgen wegen dieses Krachs fast aus dem Bett gefallen, aber inzwischen haben wir Oropax (noch aus dem Flugzeug geklaut).
Doch heute ist Sonntagmorgen und da gelten andere Regeln. Um sechs rennen bereits alle (leicht hektisch und deutlich unterkühlt, denn hier ist schließlich Winter) durch das Haus auf der Suche nach ihren besten Sachen, die am Abend zuvor natürlich noch gebügelt wurden. Denn sonntags geht man in Südafrika in den vierstündigen Gottesdienst, das ist ja wohl klar. Dass die Sonntagskleidung bedauerlicherweise in Tines und meinem Falle aus einem Rock besteht und ich wünschte, wieder in meinem warmen Schlafsack zu liegen und endlich genügend zu schlafen – wen interessiert das schon, wenn ein südafrikanischer Gottesdienst wartet! Denn wir ahnen: Das frühe Aufstehen wird sich lohnen. Selten bekommen wir in Deutschland die Gelegenheit während der Gospels wild in der Kirche herum zu tanzen und wenn uns die Predigt berührt, einfach laut „Amen!” zu rufen.
Also können wir auch verschmerzen, dass es an diesem Morgen nicht das gleiche ausladende Frühstück gibt, wie an den anderen Morgen. Dafür ist einfach keine Zeit.
Inzwischen sind auch die Bewohner des anderen Hauses angekommen und so sind endlich alle Jugendlichen wieder vereint. Von hier (also aus Dawn Park) werden wir alle in Grüppchen abgeholt und in die anliegenden Kirchengemeinden verteilt. Unsere Aufgabe dort ist uns noch nicht ganz klar, Kristof hat zumindest schon einmal vorsorglich ein paar Grußworte vorbereitet. Auf Englisch natürlich, etwas anderes sprechen wir hier kaum noch. Deutsch geht uns zunehmend schwerer von den Lippen und wenn wir uns doch einmal im geschlossen-deutschen Kleinkreis unterhalten, können wir kaum vermeiden, die eine oder andere englische Redewendung einfließen zu lassen. Selbst als Martin und ich gestern auf dem Rücken eines Dromedars (das zumindest vermuten wir) dem Tod ins Auge sahen, konnten wir nicht anders, als auf Englisch laut und vernehmlich zu fluchen.
Nun, es erscheint mir an der Zeit diesen kleinen Bericht zu beenden, in der Hoffnung bald noch viele andere folgen zu lassen. Denn das Mitteilungsbedürfnis ist groß, jeden Tag erleben wir neue Abenteuer. Nichtsdestotrotz geht es uns hervorragend und wir freuen uns auf die kommenden Wochen.

(Text Anika Höber)

05.07.2008

wir sind gut gelandet und uns geht es gut!

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Wir haben unsere beiden Haeuser bezogen und fuehlen uns sehr wohl. Endlich ist auch Ann-Kathrins Gepaeck aus Paris gestern Abend nachgekommen. Auch das Internet wird soeben im Bischofscentrum in Soweto persoenlich vom Bischof installiert. Einen herzlichen Gruss vom ihm. Morgen geht es hier auf der Seite richtig los. Dann werden auch die Beitraege von gestern und heute nachgereicht.

(Text Claudia Prössel)

04.07.2008

Erster südafrikanischer Sonnenaufgang

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Wir schliefen schon mit der Frage im Kopf ein … wie duscht man in einer Badewanne ohne Brause und auch das kalte Wasser aus dem Waschbecken ließ kalte Füße erwarten. Am Morgen wurden wir am von unsere Sister Fifi, mit der wir ein Zimmer teilen, geweckt … und was erfuhren wir als Erstes … leider gibt es kein heißes Wasser mehr, aber wir kochen euch gerade welches mit dem Wasserkocher in der Küche. Nun kann man sich denken wie lange es dauert eine normale Badewanne mit dem 1,5Liter Wasserkocher zu fühlen … hat man den zweiten Wasserkocher voll gekocht sind die ersten 1,5Liter in der Badewanne leider schon wieder fast kalt. Nach dem die Wanne ca.15cm hoch gefühlt waren beschlossen Eva und ich das Erlebnis „Duschen ohne Brause” anzugehen … wir nahmen uns einen Eimer und begannen und gegenseitig Wort wörtlich zu begießen, erst ich Eva, dann Eva mich! Dazu muss man noch sagen, dass sich unsere Badtür leider nicht wirklich schließen lässt, sie ist also immer nur angelehnt und es gibt auch kein Besetztschild oder so, was die ganze Angelegenheit noch etwas spannender gestaltet … man muss einfach immer damit rechnen das jemand vergisst zu klopfen …ups, sorry.

Naja, nach dem begießen folgte also das einschäumen … wir standen also nebeneinander in der Badewanne und schäumten uns synchron ein =) … immer mit dem Gedanken der nicht ganz geschlossenen Badtür im Hinterkopf. Nach dem einschäumen spülten wir uns dann wieder gegenseitig ab … erst ich Eva, dann Eva mich.

Beim ausspülen ihrer Spülung kam Eva dann leider gegen den Stöpsel und man kann sich vorstellen wie schnell nur 15cm hoch stehendes Wasser abläuft … ich mussten das Wasser dann also in den Eimer hinein”schaufel” um auch die Spülung noch ganz aus Eva’s Haaren rausspülen zu können. Wie ihr lesen könnt sind wir also schon fast ein eingespieltes Duschteam und das Schönste ist, dass wir jetzt bis zum 25.7. jeden Tag üben können um unsere Taktik zu verbessern … Übung macht bekanntlich ja den Meister und an einem dieser Tage werden wir sicherlich hören … „Ups, sorry I forgot to knock on the door!”

(Text Svenja Prange und Eva Marleen Hecker)

01.07.2008

fast gepackte Koffer

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Der Countdown läuft. Wir sitzen fast auf gepackten Koffern. Viele Nachrichten habe ich heute aus verschiedenen Ecken unseres Kirchenkreises von Euch auf meinem Anrufbeantworter erhalten. Ganz lieben Dank für die guten Wünsche. Bitte habt ein Nachsehen, dass ich mich bei vielen von Euch heute nicht mehr persönlich gemeldet habe. Eure Grüße und persönlichen Briefe werden wir an unsere Freunde in Südafrika übersenden.

(Text Claudia Prössel)

30.06.2008

letzte gemeinsame Vorbereitung

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heute trafen wir uns für die letzten Vorbereitungen. Das Liederbuch für unsere Reise wurde produziert. Die T-Shirts, die wir tragen und als Gastgeschenk mitnehmen werden, wurde gerecht auf alle Koffer verteilt. Die gespendeten Blockföten genauso. Danke an dieser Stelle an Frau Möbius.

Morgen beginnen wir alle mit dem Kofferpacken.

(Text Claudia Prössel)

29.06.2008

Thomasmesse auf dem Schlossplatz

Gemeinsam haben wir zusammen Gottesdienst gefeiert. Für uns war es sehr aufregend, es ging an jedes einzelne Herz. Einen ganz persönlichen Segen hat uns Petra Golly zugesprochen und für die Verbundenheit Freundschaftsbänder an unseren Händen angelegt. So nehmen wir ganz viel menschliche Wärme mit auf unseren Weg. Wir alle waren sehr gerührt. Und auch Ihr seid auf unserer Reise mitdabei. Wir tragen Euch an unseren Händen und vor allem in unseren Herzen.

Und wie unser Motto auf dem T-Shirt nach Matthäus 18,20 lautet:

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Gottes Schutzengel wünscht Ihr uns und sie werden uns auf unserer Südafrikareise begleiten.

(Text Claudia Prössel)