Losung Predigt Gebet
Losung für Samstag, den 4. Februar 2012
Noah fand Gnade vor dem HERRN.
1.Mose 6,8
Der Menschensohn wird seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Markus 13,27
© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
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Gebete
Hier finden Sie einige Anregungen, wenn Sie beten möchten. Wir dürfen Gott alles sagen, was uns bewegt – ganz gleich, ob es Freude oder Klage ist. Er hört uns zu. Und manchmal kommt dann ein guter Gedanke, wie es weitergehen kann im Leben. Oder es kommt ein Mensch ganz unverhofft, der für Sie zum Engel wird.
Auf der Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD sind für Sie einige wichtige Gebete aufgelistet:
- Das Vaterunser
Das Grundgebet der gesamten Christenheit
- Luthers Morgensegen
Das Gebet für den Beginn des Tages
- Luthers Abendsegen
Das Gebet für den Schluss des Tages
- Beten mit Kindern
Verschiedene Gebete für Kinder
- Tischgebete
Verschiedene Tischgebete
- Gebete für Notsituationen
Verschiedene Gebete für Notsituationen
- Frieden und Versöhnung
Gebete für Frieden und Versöhnung
Die aktuelle Predigt
18. Sonntag nach Trinitatis – 23. Oktober 2011 – St. Johannis – Salzhausen
Text: ( Mk. 10, 17 – 27 – III. Pr. Reihe )
Die Gnade unseres Herren Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen
So steht geschrieben beim Evangelisten Markus im 10. Kapitel:
„Und als er sich auf den Weg machte, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?
Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.
Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.«
Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.
Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!
Er aber wurde unmutig über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.
Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!
Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist’s, ins Reich Gottes zu kommen!
Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden?
Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.“
Der Herr segne an uns dies Wort. Amen
Liebe Gemeinde!
Ich kann die Jünger gut verstehen. Sie entsetzten sich über Jesu Worte. „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“ Auch ich habe meine Schwierigkeiten mit dieser pauschalen Einschätzung der Reichen durch Jesus. Ich finde dieses Wort hat viel Unglück über die Menschen gebracht. Denn dieses Wort polarisiert, es trennt die Menschen in Arm und Reich. Die Kommunisten z.B. fühlen sich in ihrem Kampf gegen den Kapitalismus durch Jesus bestätigt. Dieses Wort schürt nur den Neid unter den Menschen und man hört es ja oft, dass wir Deutschen in einer Neidgesellschaft leben. – Aber Neid – ist das besonders christlich? Diejenigen, die sich in unserer Gesellschaft nicht zu den Begüterten zählen, die werden Jesus natürlich zustimmen. Denn sein Wort verleitet doch zu dem Denken, wenn ich schon nicht reich bin, dann habe ich doch wenigstens bessere Aussichten eines Tages in das Reich Gottes zu kommen. Jesus ist jedenfalls auf meiner Seite. Und irgendwie fühle ich mich dadurch besser.
Dieses Denken, besser zu sein, ist verführerisch, denn es erinnert mich an den Pharisäer, der an der Tempelmauer stand und betete: Herr ich danke dir, dass ich nicht so bin wie jener sündige Zöllner dort. Und der Zöllner wagte gar nicht die Augen aufzuheben und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Und Jesus sagte, der Zöllner ging gerechtfertigt nach Hause.
Auch das Wort Jesu zu dem Jüngling halte ich für sehr unglücklich: „Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!“
Im Konfirmandenunterricht haben wir uns in der letzten Stunde den Lutherfilm angeschaut. Für den Ablassprediger Johann Tetzel ist dieser Satz vom Schatz im Himmel eine Steilvorlage. Tetzel hatte den Menschen zur Zeit Luthers vorgegaukelt man könne sich das Himmelreich erkaufen oder ihm zumindest mit Geld näher kommen. In Martin Luthers Glauben sträubte sich alles gegen diese Auslegung Tetzels. Im Römerbrief des Apostels Paulus fand Luther schließlich die erlösende Antwort, um die er solange im Glauben gerungen hatte. Das Himmelreich kann ich mir von Gott nur schenken lassen – „Allein aus Gnade“ erhalte den Zugang zu Gottes Reich, den Jesus Christus für uns teuer am Kreuz erworben hat. Aus Liebe zu uns Menschen hat Gott seinen einzig geboren Sohn für uns Menschen am Kreuz geopfert. Diese Liebe Gottes gilt es für uns, im Glauben zu erkennen. Habe ich mit meinem Herzen erkannt, welch große Liebe Gott für mich unvollkommenen und fehlerfhaften Menschen aufgewandt hat, dann antwortet mein Herz mit Liebe. Meine Liebe, die ich Gott entgegenbringen möchte, die soll ich an meinen Nächsten Mitmenschen weitergeben. Gottes Gnade und Gottes Liebe allein ist der Motor, die Motivation, die mich zu guten Taten antreibt.
Auf die Frage des Jünglings: „Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? Hätte Jesus eigentlich antworten müssen: Nichts! - Ich werde das ewige Leben für dich am Kreuz erringen. Du kannst es dir nicht mit irgendwelchen Leistungen erarbeiten. Das Reich Gottes kannst du dir nur schenken lassen und mit der Liebe deinem Nächsten gegenüber kannst du auf dieses Geschenk antworten.
Aber noch war Jesus nicht in Jerusalem. Noch sammelte Jesus Menschen um sich, die mit ihm den Weg nach Jerusalem gingen, um später sein erlösendes Opfer für uns Menschen zu bezeugen und die frohe Botschaft von der Auferstehung und der Gnade Gottes in die Welt zu den Gemeinden zutragen. Dazu brauchte Jesus Mitarbeiter, dazu brauchte er Menschen. Jesus spürte, dass der junge Mann sehr fromm war, gern hätte er ihn in seiner Nähe gehabt. Sich Jesus anzuschließen, ihm nachzufolgen, dazu konnte er sich aber nicht entschließen. Sein Besitz hielt ihn zurück, von seinen Gütern konnte er sich nicht trennen. Die Bindung des Besitzes war stärker als die Bindung zu Jesus Christus. Darin liegt die Gefährdung für uns Menschen. In wessen Herrschaftsbereich stelle ich ich mich in und mit meinem Leben: in den Herrschaftsbereich des Besitzes oder den Herrschaftsbereich Gottes. Der Jüngling konnte sich nicht für Gott entscheiden, darüber war Jesus sehr traurig. Und weil uns Menschen diese Entscheidung so schwer fällt, darum musste Jesus sein Leben auf Golgatha opfern, um uns von den Bindungen an alles Irdische zu befreien.
Aber noch war es nicht soweit. Darum kann Jesus dieses Heilsgeschehen nur andeuten indem er sagt: „Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.“ Wir können uns das Reich Gottes nicht verdienen, das ist unmöglich! Aber Gott schenkt es uns – allein das ist durch Jesus Christus möglich. Da spielt es keine Rolle ob wir arm oder reich sind. Unser Kontostand ob hoch oder niedrig bringt uns dem Himmelreich keinen Schritt näher. Wir können uns das ewige Leben nur schenken lassen.
Dieses große Geschenk haben heute in diesem Gottesdienst Dajana Ott und Lasse Stölting durch ihre Taufe erhalten. Die Taufe von Dajana und Lasse erinnert auch uns daran, dass wir alle durch unsere Taufe zu Erben des Reiches Gottes geworden sind. Diese Gnade Gottes bekommen wir als Geschenk in unsere Wiege gelegt. Aber wie das eben so mit Geschenken ist. Man kann sie vergessen und aus den Augen verlieren. Wir können uns aber auch mit diesem Geschenk beschäftigen, es auspacken, immer wieder versuchen mit ihm umzugehen, Erfahrungen mit diesem Geschenk der Gnade auf unserem Lebensweg machen, um immer mehr je älter wir werden zu erkennen, welchen großen Schatz Gott uns anvertaut hat. Je mehr wir diesen Schatz der Liebe Gottes erkennen, je größer wird auch die Liebe werden, die uns zu guten Taten und Werken bewegt und anspornt.
Darum lasst uns mit Dajana Ott und Lasse Stölting in diesen Dienst der Liebe rufen und unserem Vorbild Jesus Christus nachfolgen. Denn Gott will das allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis dieser Wahrheit kommen.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen
Pastor Michael Danne, Salzhausen.


